ORF-Premiere für "Das Attentat Sarajevo 1914" von Andreas Prochaska u. a. mit Florian Teichtmeister, Heino Ferch und Melika Foroutan PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 04. Juli 2014 um 03:43 Uhr

 

Andreas Prochaska: "Die Reise in eine andere Zeit ist grundsätzlich interessant"

"Es ist schon etwas anderes, etwas rein Fiktionales zu machen, als zu versuchen, sich einem historischen Ereignis dieser Größenordnung anzunähern. Ich empfinde das als große Verantwortung, habe aber gleichzeitig versucht, mich davon auch nicht erschlagen zu lassen. Das, was es hoffentlich ist, ist ein spannender Film, der dem, was man zu dem Thema zu kennen glaubt, noch etwas dazuaddiert", so Regisseur Andreas Prochaska.

Über die Vorbereitungen: "Der Erste Weltkrieg und dessen Ursachen sind etwas, was mich schon lange interessiert. Ich habe einige Bücher dazu gelesen und versucht, so viel wie möglich aufzusaugen und gleichzeitig im entscheidenden Moment zu vergessen, weil es keine Dokumentation, sondern ein Thriller ist.

 

Am Donnerstag, dem 24. April, um 21.05 Uhr in ORF 2 ist mit "Menschen & Mächte: Der Weg in den Untergang" ein weiteres Programmhighlight des ORF-Programmschwer-punkts "Gedenkjahr 2014 - 100 Jahre Erster Weltkrieg" zu sehen. Die Dokumentation von Robert Gokl und Leo Bauer zeigt, wie das Attentat in Sarajevo als Anlass für einen Krieg gegen Serbien missbraucht wurde, wie daraus ein Weltkrieg entstehen konnte und wie Österreich-Ungarn diesen Krieg an der Serbienfront führte - rücksichtslos, bis hin zu schweren Kriegsverbrechen.
 

Was Fiktion und was Realität ist?

"Wir bewegen uns im Rahmen der historischen Möglichkeiten. Durch die Perspektive von Leo Pfeffer, dem Untersuchungsrichter, auf dieses Ereignis kann man natürlich andere Wege gehen, als wenn man versucht, das als Historiker im Detail zu betrachten. Und die Wege, die Leo Pfeffer geht und die wir mit ihm gehen, führen uns in Ecken, die in dem Kontext noch nicht beleuchtet wurden. Was ich mir jedenfalls wünsche, was man mit dem Film erreichen könnte, wenn man ihn sich anschaut, ist, dass man das Bedürfnis verspürt, sich noch weiter damit zu beschäftigen. Man versucht als Filmschaffender immer, auf Reisen zu gehen, und die Reise in eine andere Zeit ist einfach grundsätzlich interessant. Das, was über dem ganzen Film liegt, ist Abschied - das Ende einer Epoche und der Beginn von etwas Ungewissem."


Florian Teichtmeister: "Leo Pfeffer hat es gegeben"

(Leo Pfeffer)

"Leo Pfeffer hat es gegeben. Der Mann, der die Verhöre mit den Attentätern geführt hat, hieß Leo Pfeffer. Es gibt diese Unterschrift unter den Protokollen, es ist historisch verbürgt, dass Leo Pfeffer mit den Attentätern gesprochen hat", so Florian Teichtmeister über seine Rolle und weiter: "Mit den unzweifelhaften Fakten der historischen Ereignisse war ich bereits vorab vertraut. Neu für mich war der Blickwinkel, aus dem sich jene Ereignisse in diesem Film darstellen. Es lassen sich bis heute einige Fragen zu den Vorgängen um das Attentat nicht eindeutig beantworten, was Raum für Spekulation lässt. Und diesen Raum versuchen wir mit spannenden und durchaus erschreckenden Einblicken in das Zusammenspiel von Macht und Intrigen in dieser heiklen Phase der europäischen Geschichte zu füllen."

Über seine Figur verrät Teichtmeister:

"Das Spannungsverhältnis zwischen der Kriegslust und der Angst davor, vorschnell ein Urteil zu fällen und eine Anklage zu unterschreiben und damit einen Prozess in Gang zu setzen, der vielleicht nicht zu 100 Prozent auf sicheren Beinen steht - genau dazwischen ist die Figur zu Hause. Dazu kommt, dass Leo Pfeffer eine persönliche Geschichte hat und sein privates Leben und die Menschen retten will, die er liebt. Die Geliebte ist Serbin, und Leo ist dazu angehalten, eine Anklage gegen die Serben zu verfassen, die den Krieg angezettelt haben sollen - da schlagen zwei Herzen in der Brust."

 



 
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